Sicher lernen

PSA richtig einsetzen
sicher verstehen und anwenden.

Schutzbrille, Gehörschutz, Schuhe, Kleidung und Handschutz passend zur Gefährdung auswählen.

Meine Favoriten

Schutz beim Fügen – Schweißhelm, Schweißerkleidung, Gesichtsschutz beim Trennschleifen: Schweißen, Löten & Trennen sicher →

01 STOP-Prinzip

Kurz erklärt

Gefahren werden zuerst vermieden oder technisch und organisatorisch reduziert. Persönliche Schutzausrüstung ergänzt diese Maßnahmen gegen verbleibende Risiken.

Wofür brauche ich das?Damit PSA nicht als Ersatz für fehlende Schutzhauben oder schlechte Arbeitsabläufe missverstanden wird.
PraxisbeispielEine Einhausung hält Späne zurück; zusätzlich schützt eine passende Schutzbrille gegen verbleibende Gefährdung.
Typischer FehlerNur PSA auszugeben, ohne Gefahrenquelle und Arbeitsablauf zu verbessern.

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STOP steht für Substitution, technische, organisatorische und persönliche Maßnahmen. Die Reihenfolge hilft, wirksame Schutzmaßnahmen zu priorisieren.

Fachbegriffe & Merksatz

02 Augen- & Gesichtsschutz

Kurz erklärt

Fliegende Späne, Splitter, Flüssigkeiten und Strahlung können Augen und Gesicht verletzen. Der Schutz muss zur konkreten Gefahr passen.

Wofür brauche ich das?Weil Augenverletzungen in Sekunden entstehen und dauerhafte Folgen haben können.
PraxisbeispielBeim Bearbeiten wird die vorgeschriebene Schutzbrille getragen; eine normale Sehbrille gilt nicht automatisch als Schutzbrille.
Typischer FehlerVerkratzte, schlecht sitzende oder ungeeignete Brillen weiterzuverwenden.

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Je nach Gefährdung sind Schutzbrille, Überbrille oder Gesichtsschutz notwendig. Sichtfeld, Passform, Kombination mit anderer PSA und Zustand regelmäßig kontrollieren.

Fachbegriffe & Merksatz

03 Lärm & Gehörschutz

Kurz erklärt

Lärm kann das Gehör schädigen und Warnsignale überdecken. Gehörschutz muss zur Belastung und zur Arbeitsumgebung passen.

Wofür brauche ich das?Damit das Gehör dauerhaft geschützt bleibt, ohne neue Gefahren zu erzeugen.
PraxisbeispielÜber 80 dB(A) Tagesbelastung (oder Spitzen über 135 dB(C)) stellt der Betrieb Gehörschutz zur Verfügung, über 85 dB(A) (bzw. 137 dB(C)) gilt Tragepflicht im gekennzeichneten Lärmbereich. Dort wird passender Gehörschutz korrekt eingesetzt und sauber aufbewahrt.
Typischer FehlerGehörschutz nur „manchmal“ zu tragen oder eine unnötig starke Dämmung ohne Bewertung zu wählen.

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Technische Lärmminderung hat Vorrang. Bei der Auswahl werden Dämmung, Tragezeit, Kommunikation und Wahrnehmbarkeit von Warnsignalen berücksichtigt.

Fachbegriffe & Merksatz
  • Lärm: Unerwünschter Schall, der belästigen oder das Gehör schädigen kann.
  • Gehörschutz: PSA zur Verringerung der Schalleinwirkung auf das Ohr.
  • Dämmwert: Maß für die Verringerung des Schallpegels durch Gehörschutz.
  • Warnsignal: Akustisches oder optisches Signal, das vor Gefahr warnt.

04 Sicherheitsschuhe & Arbeitskleidung

Kurz erklärt

Schuhe und Kleidung müssen zur Tätigkeit passen. Sie schützen beispielsweise gegen fallende Teile, scharfe Späne oder Funken und dürfen keine Einzugsgefahr erzeugen.

Wofür brauche ich das?Damit Füße und Körper geschützt sind, ohne Bewegung oder Maschinenarbeit gefährlicher zu machen.
PraxisbeispielSicherheitsschuhe werden geschlossen getragen; lose Ärmel, Kordeln und Schmuck bleiben aus dem Maschinenbereich.
Typischer FehlerBeschädigte Schuhe, offene Jacken oder lose Kleidungsstücke an rotierenden Maschinen.

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Schutzkategorie (z. B. S1, S2, S3) und Eigenschaften richten sich nach der Evaluierung. Kleidung sauber, geschlossen und enganliegend tragen; lange Haare unter Mütze oder Haarnetz stecken.

Fachbegriffe & Merksatz
  • Sicherheitsschuh: Fußschutz nach EN ISO 20345 mit Zehenschutzkappe (200 J) und je nach Klasse (z. B. S1, S3) weiteren Eigenschaften.
  • Zehenschutzkappe: Eingebaute Schutzkappe aus Stahl, Aluminium oder Kunststoff zum Schutz der Zehen.
  • Rutschhemmung: Eigenschaft zur Verringerung des Ausrutschrisikos.
  • Arbeitskleidung: Für die Tätigkeit vorgesehene Kleidung ohne eigene definierte PSA-Wirkung, sofern nicht entsprechend geprüft.

05 Handschutz richtig wählen

Kurz erklärt

Handschuhe schützen nur gegen die Gefahren, für die sie ausgewählt wurden. Bei Einzugsgefahr durch bewegte oder rotierende Teile können sie selbst zur Gefahr werden.

Wofür brauche ich das?Damit der Handschutz zur Tätigkeit und zum Maschinenzustand passt.
PraxisbeispielScharfkantige Teile werden nach sicherem Stillsetzen mit geeigneten Handschuhen transportiert; während offener Rotation werden keine Handschuhe getragen.
Typischer FehlerEin Paar Handschuhe pauschal für jede Tätigkeit zu verwenden.

Schnittschutzklasse lesen

Unter dem Piktogramm nach EN 388 stehen Kennwerte für mechanische Risiken: Abrieb, Schnitt (Coup-Test), Weiterreißen, Durchstich, dazu ein Buchstabe A–F für den Schnitt nach TDM-Test. Für Schnittschutz zählen die 2. Stelle und der Buchstabe; „X“ heißt nicht geprüft bzw. nicht anwendbar. Eine höhere Stufe steht jeweils für eine höhere geprüfte Beständigkeit in diesem einen Test.

Lesebeispiel: „4X43C“: Abrieb Stufe 4, Schnitt nach Coup-Test nicht geprüft (X), Weiterreißen Stufe 4, Durchstich Stufe 3, Schnitt nach TDM-Test Stufe C. Die genaue Bedeutung jeder Stufe und die zugehörigen Prüfverfahren stehen in der Norm sowie in der Herstellerangabe des jeweiligen Handschuhs.

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Material, Größe, Schutzwirkung, Chemikalienbeständigkeit und Tastgefühl werden bewertet. Beschädigte oder verunreinigte Handschuhe werden nach Vorgabe gewechselt.

Fachbegriffe & Merksatz
  • Handschutz: PSA zum Schutz von Hand oder Arm gegen festgelegte Gefahren. Achtung: Wo Einzugsgefahr durch rotierende Teile besteht (Bohr-, Dreh-, Fräsmaschine), keine Handschuhe tragen.
  • Chemikalienbeständigkeit: Widerstand eines Handschuhmaterials gegen bestimmte Arbeitsstoffe.
  • Schnittschutz: Geprüfte Schutzwirkung gegen festgelegte Schnittbeanspruchung.
  • Tragezeit: Zulässiger oder sinnvoller Zeitraum für die Verwendung einer PSA.
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