Rechner · Metall

Kernloch-Rechner
Bohrer und Sacklochtiefe.

Welcher Bohrer passt zum Gewinde und wie tief musst du beim Sackloch bohren? Für Regel- und Feingewinde.

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Kernloch und Bohrtiefe

Wähle ein Regelgewinde oder gib Durchmesser und Teilung ein (z. B. M10 × 1 Feingewinde). Für ein Sackloch trägst du die nutzbare Gewindetiefe ein.

Praxisbeispiel: Ein M8-Gewinde soll 16 mm tief nutzbar sein, das Loch geht nicht durch. Welcher Bohrer, wie tief bohren?
Gewinde
Leer lassen, wenn das Loch durchgeht.
Der Überhang enthält Anschnitt und Platz für Späne. Werkzeugangaben des Gewindebohrers gehen vor.
Hier erscheint dein Ergebnis – mit Rechenweg darunter.

Mehr dazu: Kernloch auf der Seite Gewinde & Verbindungen

Formel verstehen

Skizze: Sackloch mit Innengewinde im SchnittEin Sackloch im Schnitt: oben ist der Nenndurchmesser d bemaßt, im Loch der Kernlochdurchmesser D K. Rechts sind die Gewindetiefe t G, der Bohrungsüberhang e, die zylindrische Bohrtiefe t B und die Tiefe bis zur Bohrerspitze t Sp bemaßt.dDKtGetBtSp
  1. Kernloch zum GewindeschneidenDK ≈ d − P
  2. Bohrungsüberhang nach DIN 76 (Faustwert): Regelfall, kurze ≈ 5 · P bzw. 3 · P
  3. Zylindrische BohrtiefetB = tG + e
  4. Mit Bohrerspitze 118°tSp = tB + 0,3 · dBohrer
Der Gewindebohrer hat vorne einen Anschnitt – diese ersten Gänge schneiden kein volles Gewinde. Dazu braucht es Platz für die Späne. Deshalb muss das Kernloch tiefer sein als die nutzbare Gewindetiefe.
DK ≈ d − P
tSp ≈ tG + e + 0,3 · dBohrer

d ist der Nenndurchmesser (M8 → 8 mm), P die Teilung (beim eingängigen Gewinde gleich der Steigung). Die Faustformel d − P gilt fürs Gewindeschneiden bei metrischem ISO-Gewinde. Die übliche Bohrergröße ist die nächste gängige Stufe – bei M8 zum Beispiel 6,8 mm statt 6,75 mm.

Woher kommt 0,3 · d?

Ein Spiralbohrer mit 118° Spitzenwinkel hat eine Spitze von (d/2) / tan 59° ≈ 0,30 · d Höhe. Setzt du die Tiefe ab dem ersten Kontakt der Spitze, muss der Bohrer um diese Höhe weiter, damit der zylindrische Teil die Tiefe tB erreicht. In Zeichnungen wird die Bohrtiefe ohne Spitze bemaßt.

Lernmodell: Bohrungsüberhang nach DIN 76 (Regelfall etwa 5 · P, kurz etwa 3 · P) und Spitze 0,3 · d sind Richtwerte. Werkzeugangaben des Gewindebohrers gehen vor.

Kernloch in der Praxis

Regelgewinde auf einen Blick

Teilung und übliche Kernloch-Bohrergröße beim Gewindeschneiden. Der Bohrer ist d − P, auf eine gängige Bohrerstufe gebracht.

Metrisches ISO-Regelgewinde, Gewindeschneiden (Maße in mm)
GewindedPd − PBohrer
M330,52,52,5
M440,73,33,3
M550,84,24,2
M66155
M881,256,756,8
M10101,58,58,5
M12121,7510,2510,2
M141421212
M161621414
M18182,515,515,5
M20202,517,517,5
M22222,519,519,5
M242432121

Sackloch richtig tief bohren

Bei einem Sackloch geht die Bohrung nicht durch. Unten braucht es Platz für den Anschnitt des Gewindebohrers und für die Späne. Bohrst du zu flach, stößt der Gewindebohrer an und kann brechen.

Merke: Gewindetiefe + Bohrungsüberhang = zylindrische Bohrtiefe. Der Überhang enthält Anschnitt und Platz für Späne – nach DIN 76 im Regelfall etwa 5 · P, kurz etwa 3 · P. Die Bohrerspitze kommt noch dazu. Prüfe, ob unter dem Loch genug Restwand bleibt.

Gewindefurchen – anderes Kernloch

Beim Gewindefurchen wird das Gewinde spanlos geformt: Der Werkstoff wird verdrängt, nicht abgetragen. Deshalb braucht es einen anderen, größeren Vorbohrdurchmesser als beim Schneiden.

Diesen Wert nimmst du aus der Angabe des Werkzeugherstellers oder aus dem Tabellenbuch – die Faustformel d − P gilt hier nicht.