Gewinde & Verbindungen

Ein Gewinde.
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Steigung lesen, Kernloch verstehen, Sacklochtiefe prüfen und eine Verbindung passend zum Auftrag auswählen.

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Was ein Gewinde ausmacht

Ein Gewinde ist eine schraubenförmige Kontur. Außen- und Innengewinde müssen unter anderem in Durchmesser, Steigung, Profil und Drehrichtung zusammenpassen. Bei den gezeigten eingängigen Gewinden entspricht der axiale Weg pro Umdrehung der Steigung.

M8 × 1,25: M steht für metrisches ISO-Gewinde, 8 für den Nenndurchmesser in Millimetern und 1,25 für die Teilung P in Millimetern – beim eingängigen Gewinde gleich der Steigung. Regelgewinde und Feingewinde können denselben Nenndurchmesser und dennoch verschiedene Steigungen haben.

Kernloch: Vorbereitete Bohrung für ein Innengewinde. Beim Schneiden wird Material entfernt, beim Formen verdrängt. Ein Durchgangsloch geht durch das Bauteil; ein Sackloch endet im Werkstück.

Schraubverbindung: Das Anziehen erzeugt Vorspannkraft. Die notwendige Vorspannung und das Anziehdrehmoment hängen unter anderem von Abmessungen, Werkstoff, Reibung und Lastfall ab. Ein pauschaler Drehmomentwert wird hier nicht vorgegeben.

Kernloch-Richtwerte zum Nachvollziehen

▶ 3D-Animation: Gewindeschneiden von Hand – Schritt für Schritt

Beispiele für metrisches Regelgewinde beim Schneiden; Werkzeug- und Werkstoffvorgaben beachten.
GewindeP (mm)d − P (mm)Richtwert (mm)
M30,52,52,5
M40,73,33,3
M50,84,24,2
M6155
M81,256,756,8
M101,58,58,5
M121,7510,2510,2

Die Näherung hilft beim Verstehen. Der konkrete Bohrerdurchmesser folgt der passenden Werkzeugangabe; er ist nicht in jedem Fall das bloß gerundete Rechenergebnis.

Welche Verbindung passt zum Auftrag?

Wähle eine begründete Ausführung

Vereinfachte Auswahl nach den genannten Anforderungen. Die Festigkeitsauslegung der Verbindung folgt separat.

Schrauben kontrolliert anziehen

Das Anzugsdrehmoment beschreibt die Drehwirkung beim Anziehen. Dadurch wird die Schraube elastisch gedehnt und die Verbindung vorgespannt. Ein großer Teil des Drehmoments überwindet dabei Reibung im Gewinde und an der Auflagefläche.

Deshalb zählt die ganze Vorgabe: Schraubenart und Festigkeit, Auflage, Schmierzustand, Anziehfolge und vorgeschriebenes Verfahren gehören zusammen. Dasselbe Drehmoment kann bei anderer Reibung eine andere Vorspannkraft erzeugen.

  1. Montagevorgabe lesen und die richtige Verbindung sowie deren Zustand prüfen.
  2. Passenden Drehmomentschlüssel und Einsatz auswählen; Wert und vorgesehenes Verfahren beachten.
  3. Kontrolliert anziehen und die geforderte Kontrolle dokumentieren. Nicht pauschal nachziehen oder Schmierstoff hinzufügen.

Mini-Beispiel: Für eine Übungsverbindung sind 20 Nm unter festgelegten Bedingungen vorgegeben. Der Klickschlüssel wird passend eingestellt; beim Signal wird gestoppt. Ein weiteres Stück Drehen wäre bereits mehr als die Vorgabe.

Die sichere Anwendung zeigt der Drehmomentschlüssel im Werkzeugkoffer →

Sechs Aufgaben in drei Stufen. Übungsantworten und Modellwerte bleiben nur auf dieser geöffneten Seite.