Kurz erklärt
Aus dem CAD-Modell wird eine Netzdatei exportiert, meist STL oder 3MF. Ein Slicer zerlegt das Modell in Schichten und erzeugt daraus G-Code mit allen Bewegungen, Temperaturen und Lüftereinstellungen.
Im Slicer legst du Schichthöhe, Anzahl der Wände, Füllgrad (Infill), Stützstrukturen und Haftung am Druckbett fest. Die Lage des Teils auf dem Druckbett entscheidet über Stützen, Oberfläche und Festigkeit. Der fertige G-Code wird per Speicherkarte oder Netzwerk an den Drucker übertragen.
Wofür brauche ich das?Um Druckeinstellungen bewusst zu wählen, statt Profile blind zu übernehmen, und Fehler auf ihre Ursache zurückzuführen.
PraxisbeispielEin Winkel wird liegend statt stehend gedruckt: Die Schichten verlaufen dann entlang der Belastung, und es werden kaum Stützen gebraucht.
Typischer FehlerEine STL-Datei ohne Maßkontrolle drucken. STL enthält keine Einheiten – ein in Zoll gespeichertes Modell erscheint plötzlich 25,4-mal zu groß oder zu klein.
Mehr Details
Der G-Code ist derselbe Grundgedanke wie bei CNC-Maschinen: G0/G1 für Bewegungen, dazu Befehle für Extruder, Temperaturen und Lüfter. Die Schichthöhe liegt bei einer 0,4-mm-Düse häufig um 0,2 mm; sie sollte deutlich kleiner als der Düsendurchmesser sein.
- Wände (Perimeter) bestimmen die Festigkeit oft stärker als der Füllgrad.
- Stützstrukturen tragen Überhänge und werden nach dem Druck entfernt.
- Brim oder Raft vergrößern die Auflage und verringern Ablösen.
Mini-Beispiel & Fachbegriffe
Mini-Beispiel: Statt 100 % Füllung für eine stabile Halterung: drei bis vier Wände und 25 % Infill sparen Zeit und Material und sind oft fast so fest.
- STL-Datei: Dateiformat, das die Oberfläche eines 3D-Modells als Dreiecksnetz ohne Einheiten beschreibt.
- Slicer: Programm, das ein 3D-Modell in Schichten zerlegt und den G-Code für den Drucker erzeugt.
- Infill: Innere Füllstruktur eines gedruckten Teils, angegeben als Füllgrad in Prozent.
- Stützstruktur: Gedruckte Hilfsstruktur, die Überhänge während des Drucks trägt und danach entfernt wird.
Vertiefung & Praxis
Das Format 3MF speichert neben der Geometrie auch Einheiten, Farben und Druckeinstellungen. Es vermeidet deshalb einige typische STL-Fehler.
Viele Slicer zeigen eine Vorschau Schicht für Schicht. Hier sieht man vor dem Druck, ob Stützen sinnvoll liegen und ob dünne Wände überhaupt gedruckt werden.
Schritt für Schritt
- Modell exportieren und Maße im Slicer prüfen.
- Lage auf dem Druckbett nach Belastung und Überhängen wählen.
- Schichthöhe, Wände, Infill und Stützen einstellen.
- Vorschau kontrollieren und G-Code übertragen.
Lerncheck
Prüfe dich selbst, bevor du zum nächsten Thema wechselst:
- Nenne die Schritte vom CAD-Modell zum gedruckten Teil.
- Erkläre, warum STL-Dateien zu Maßfehlern führen können.
- Begründe, warum Wände oft wichtiger sind als Infill.
- Vergleiche G-Code beim 3D-Drucker und bei der CNC-Maschine.
Frage & Antwort
Kontrollfrage: Ein gedrucktes Teil ist genau 25,4-mal zu klein. Was ist wahrscheinlich passiert?
Antwort: Das Modell wurde in Zoll exportiert, aber als Millimeter interpretiert. STL-Dateien enthalten keine Einheiten – die Maße müssen im Slicer kontrolliert werden.