Formel verstehen
- Wechselstrom: Hin- und RückleiterΔU = 2 · l · I · cos φ / (κ · A)
- Drehstrom: Spannungsfall zwischen den AußenleiternΔU = √3 · l · I · cos φ / (κ · A)
- Gleichstrom: wie Wechselstrom, ohne cos φΔU = 2 · l · I / (κ · A)
- In Prozent der NennspannungΔu = ΔU / U · 100 %
Der Strom fließt über den Hinleiter zum Verbraucher und über den Rückleiter zurück – deshalb zählt die Länge doppelt. Beim symmetrisch belasteten Drehstrom fließt kein Strom über den Neutralleiter zurück. Gerechnet wird der Spannungsfall zwischen zwei Außenleitern – deshalb √3 statt 2.
Mindestquerschnitt und Normquerschnitt
Stellst du die Formel nach A um, bekommst du den kleinsten Querschnitt für einen erlaubten Spannungsfall. Gewählt wird der nächstgrößere Normquerschnitt: 1,5 / 2,5 / 4 / 6 / 10 / 16 / 25 / 35 / 50 / 70 / 95 / 120 mm².
Aluminium hat je nach Leitungsart einen Mindestquerschnitt: fest verlegte isolierte Leitung 10 mm², blanker Leiter 16 mm² (IEC 60364-5-52, Tabelle 52.2). Der Rechner wählt bei Aluminium deshalb nie einen kleineren Querschnitt.
Ein berechneter Spannungsfall ist keine Freigabe des Querschnitts. Strombelastbarkeit, Verlegeart, Schutzorgan und Abschaltbedingungen prüft eine Elektrofachkraft zusätzlich.
Lernmodell: κ bei 20 °C, ohne induktiven Anteil der Leitung. Im Betrieb ist der Leiter wärmer (bei Volllast z. B. 70 °C) – sein Widerstand ist dann um rund 20 % größer, der echte Spannungsfall entsprechend höher. Der Faktor 1,25 gehört zum spezifischen Widerstand: ρ1 = 1,25 · ρ20 (so in IEC 60364-5-52, Anhang G) – κ wird also durch 1,25 geteilt (Kupfer κ ≈ 44,8, Aluminium κ = 28). Er gilt nicht pauschal für das ganze Ergebnis und nicht für einen induktiven Anteil (Reaktanz).